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Markus Mörschbacher
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Margareta Mommsen – Das Putin-Syndikat: Der Untergang der Sowjetunion und die darauffolgende Ignoranz des Westens gegenüber Russland ist entscheidend für die politischen Handlungen Russlands. Margareta Mommsen, Politikwissenschaftlerin, beschreibt eindrücklich, neutral und analytisch, wie Putin an die Macht kam und wie Geheimdienstler, Wirtschaftskapitäne und die Orthodoxe Kirche das Land wieder groß machen wollen. Wie Medien die Justiz, Schlüsselindustrien, Führerkult und Militär beherrschen. Das Putin-Syndikat hat Russland fest im Griff.

Ein - auch für nicht nur politisch interessierte Leser - spannendes, sehr informatives Buch, welches ich mit großem Interesse und Neugierde gelesen habe. Es beleuchtet auch die andere, von den westlichen Medien oft vernachlässigte Seite von Russland und von seinem aktuellen Präsidenten.

(Beck. 251 Seiten. 15,40 Euro)     empfohlen von Maria Dünser     BESTELLEN

Unsere neuen Buchtipps

 

Klaus C. Zehrer – Das Genie: Boston, 1910. Der elfjährige William James Sidis wird von der amerikanischen Presse als "Wunderjunge von Harvard" gefeiert. Sein Vater Boris, ein bekannter Psychologe mit dem brennenden Ehrgeiz, die Welt durch Bildung zu verbessern, triumphiert. Er hat William von Geburt an mit einem speziellen Lernprogramm trainiert. Durch Anwendung der „Sidis-Methode“ könnten alle Kinder die gleichen Fähigkeiten entwickeln wie sein Sohn, behauptet er. Und das scheint auch zu funktionieren. Doch je älter William wird, desto weniger kann er sich mehr mit dem identifizieren, was seine Eltern für ihn vorgesehen haben…

Hervorragend recherchiert, sprachlich sehr treffend und trotzdem elegant; und ein Thema, das durch Wahrhaftigkeit der erzählten Fakten sehr attraktiv ist. Was ich sehr gelungen fand, ist nicht nur die Geschichte selbst, mit der Klaus C. Zehrer den Werdegang der Familie Sidis in den USA beschreibt, sondern auch die Schilderung, wie diese sehr turbulente Zeit zwischen 1890 und 1950 in den Vereinigten Staaten und (weil der endgültige Siegeszug der Industrialisierung und die beiden großen Kriege des 20. Jahrunderts nicht nur Amerika betrifft) – auch für  die anderen Teile der Welt von Bedeutung waren. Äußerst lesenswert!

(Diogenes. 656 Seiten. Preis: 25,70 Euro)     empfohlen von Markus Mörschbacher     BESTELLEN

 

 

Norbert Gstrein – Die kommenden Jahre: Richard erforscht Gletscher, Natascha erforscht Menschen. Als Naturwissenschaftler und Journalistin/Autorin ist es gut möglich, dass man andere Ansichten und Präferenzen hat, sind es doch gänzlich unterschiedliche Berufungen. So sind sich die beiden oftmals uneins und mit fortschreitendem Alter entfernt man sich ein bisschen voneinander. Eines Tages öffnet Natascha ihr Haus einer vor dem Krieg geflohenen Familie aus Damaskus. Und Richard? Je mehr sich seine Frau um das Wohl der Flüchtlinge kümmert und sie überfürsorglich umhegt, desto mehr desertiert er immer weiter aus der eigenen Existenz, träumt von Kanada und zweifelt an jedem Alltag, an der Politik, der Liebe und dem Leben. Wo Natascha sich fast schon neurotisch in die Belange der syrischen Familie stürzt und in Folge dessen auch immer mehr von Nachbarn geschnitten wird, zieht sich Richard zurück, wird skeptischer und distanziert sich immer mehr. Und irgendwann eskaliert diese fragile und fragwürdige Konstellation.

Dieses Portrait eines Sommers voller Aufbrüche erzählt von einem Paar im "mittleren Alter", vom Flug der Zeit, vom Anderswerden und vom Älterwerden. Doch nach diesem Buch weiß man: Es geht nicht nur um die kommenden Jahre, es geht um jeden Augenblick des Lebens. Norbert Gstrein verpackt das Thema Migration in einer deutschen Beziehungsgeschichte meisterhaft klar. Dass es gelingen kann, Politik und Gefühle literarisch zu vereinen, davon zeugt „Die kommenden Jahre“.

(Hanser. 288 Seiten. Preis: 22,70 Euro)     empfohlen von Maria Dünser     BESTELLEN

 

Heinrich Steinfest - Das Leben und Sterben der Flugzeuge (Markus Mörschbacher)

Roger Willemsen - Wer wir waren (Maria Dünser)

J. Ryan Stradal – Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens (Markus Mörschbacher)

Corinna T. Sievers – Die Halbwertszeit der Liebe (Maria Dünser)

Miguelanxo Prado - Ardalén (Markus Mörschbacher)

Hans Platzgumer - Am Rand (Maria Dünser)

Daniela Emminger - Die Vergebung muss noch warten (Markus Mörschbacher)

Sophia Dembling - Die Macht der Stille (Maria Dünser)

Rolf Bauerdick - Pakete an Frau Blech (Markus Mörschbacher)

Lena Andersson - Widerrechtliche Inbesitznahme (Maria Dünser)

Valerie Fritsch - Winters Garten (Markus Mörschbacher)

Bradley Somer – Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel (Markus Mörschbacher)

Andrea Stoll - Ingeborg Bachmann, Der dunkle Glanz der Freiheit (Maria Dünser)

Eli Brown - Die kulinarischen Anwendungsmöglichkeiten einer Kanonenkugel (Markus Mörschbacher)

Fritz Orter – Ich weiß nicht, warum ich noch lebe (Maria Dünser)

Benjamin Lebert - Mitternachtsweg (Markus Mörschbacher)

Mark Twain - Der geheimnisvolle Fremde; Hörbuch (Maria Dünser)

Leonardo Padura - Ketzer (Markus Mörschbacher)

Tobias Hürter - Der Tod ist ein Philosoph (Maria Dünser)

Florian Werner - Verhalten bei Weltuntergang (Markus Mörschbacher)

Thomas Klugkist - Hanna und Sebastian (Maria Dünser)

Helene Wecker - Golem und Dschinn (Markus Mörschbacher)

Roman Graf – Niedergang (Maria Dünser)

Leon de Winter - Ein gutes Herz (Markus Mörschbacher)

Peter Bieri – Eine Art zu leben; Über die Vielfalt menschlicher Würde (Maria Dünser)

Simon Borowiak – Du sollst eventuell nicht töten (Markus Mörschbacher)

Yoko Ogawa – Das Geheimnis der Eulerschen Formel (Maria Dünser)

E. W. Heine – Kaiser Wilhelms Wal; Geschichten aus der Weltgeschichte (Markus Mörschbacher)

Bernhard Kathan – Stille (Maria Dünser)

Harald Darer – Wer mit Hunden schläft (Markus Mörschbacher)

Monika Held – Der Schrecken verliert sich vor Ort (Maria Dünser)

Kevin Wilson – Die gesammelten Peinlichkeiten unserer Eltern… (Markus Mörschbacher)

Arezu Weitholz – Wenn die Nacht am stillsten ist (Maria Dünser)

Puntigam/Gruber/Oberhummer – Gedankenlesen durch Schneckenstreicheln (Markus Mörschbacher)

Christoph Ransmayr – Atlas eines ängstlichen Mannes (Maria Dünser)

Franzobel - Was Männer so treiben, wenn die Frauen im Badezimmer sind (Markus Mörschbacher)

Hans Platzgumer - Trans-Magreb (Maria Dünser)

Mathias Wegehaupt - Schwarzes Schilf (Maria Dünser)

Thomas Raab - Der Metzger bricht das Eis (Markus Mörschbacher)

Dan Franck – Montparnasse und Montmartre (Maria Dünser)

Heinrich Steinfest - Die Haischwimmerin (Markus Mörschbacher)

Hanns-Josef Ortheil - Liebesnähe (Maria Dünser)

Anthony McCarten - Liebe am Ende der Welt (Markus Mörschbacher)

Lisa Moore – Und wieder Februar (Maria Dünser)

Steve Earle – I'll never get out of this world alive (Markus Mörschbacher)

Oswald Oelz – Orte, die ich lebte, bevor ich starb (Maria Dünser)

Matt Ruff – Fool on the Hill (Markus Mörschbacher)

Marco Balzano – Damals, am Meer (Maria Dünser)

Chris Priestly – Schauergeschichten vom Schwarzen Schiff (Markus Mörschbacher)

Martin Suter - Allmen und die Libellen (Maria Dünser)

Richard Harvell - Der Kastrat (Markus Mörschbacher)

Philip Roth - Demütigung (Maria Dünser)

Ian McEwan - Solar (Markus Mörschbacher)

Jürgen Domian - Der Gedankenleser (Maria Dünser)

Clemens J. Setz - Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes (Markus Mörschbacher)

Anna Mitgutsch – Wenn du wiederkommst (Maria Dünser)

John Irving – Letzte Nacht in Twisted River (Markus Mörschbacher)

Erika Pluhar - Spätes Tagebuch (Maria Dünser)

Franzobel - Lusthaus, oder Die Schule der Gemeinheit (Markus Mörschbacher)

Richard Schaub - Das Ende der Angst (Maria Dünser)

Axel Simon - Tatütata für Peter Sputnik (Markus Mörschbacher)

Hanns-Josef Ortheil - Die Erfindung des Lebens (Maria Dünser)

Rolf Bauerdick - Wie die Madonna auf den Mond kam (Markus Mörschbacher)

Peter Stamm - Sieben Jahre (Maria Dünser)

Reif Larsen - Die Karte meiner Träume (Markus Mörschbacher)

Fabio Volo - Einfach losfahren (Maria Dünser)

Ken Bruen: Jack Taylor fliegt raus (Markus Mörschbacher)

Leticia Wierz – Das Haus der sieben Frauen (Maria Dünser)

Anonymus – Das Buch ohne Namen (Markus Mörschbacher)

Irène Némirovsky – Herr der Seelen (Maria Dünser)

Fred Vargas – Der verbotene Ort (Markus Mörschbacher)

Joel Haahtela - Sehnsucht nach Elena (Maria Dünser)

Joey Goebel: Heartland (Markus Mörschbacher)

Dominique Bona - Camille und Paul; Kunst und Leben der Geschwister Claudel (Maria Dünser)

Adam Davies – Goodbye Lemon (Markus Mörschbacher)

Roger Willemsen - Der Knacks (Maria Dünser)

Heinrich Steinfest - Mariaschwarz (Markus Mörschbacher)

 

Frühere Empfehlungen

 

Daniela Emminger – Kafka mit Flügeln: Als junges Mädchen lernt Sybille Samat kennen. Sie und ihn – den Sohn einer österreichischen Mutter und eines kirgisischen Vaters – verbindet die Liebe zur Natur und so kommen sie sich näher und werden beste Freunde. Sie sind „Dille-Mädchen“ und „Kerbel-Junge“.

Monate später, als Samat ohne Grund nicht mehr auftaucht, ist Sybille traurig und tief verletzt. Keine Spur von Samat. Aber ihr Leben geht weiter, sie lernt einen liebevollen Mann kennen, heiratet ihn und ist glücklich. So weit, so langweilig. Nur ist das, was das Schicksal für einen bereit hält, meist nicht langweilig, sondern manchmal überraschend schön und oft sehr grausam: Recht nah aufeinander sterben Sybilles Mutter und – was für sie noch viel schlimmer ist, ja zum Einsturz ihres Lebens beiträgt - ihr Mann. Nur mit allergrößter Mühe schleppt sie sich durch ihren Alltag, erledigt roboterhaft die Aufgaben, für die sie zuständig ist. Unter anderem entdeckt sie im Haus ihrer Mutter eine Kiste. Darin sind Briefe von Samat. Wie von Sinnen liest sie alle Briefe durch, wieder und wieder. In der Angst, Sybille könnte ihr Leben mit einem Kirgisen teilen und nicht – wie es sich gehört – einen hiesigen Mann zu finden, hat die Mutter alle Briefe von Samat abgefangen, die er ihr nach seinem Verschwinden geschrieben hat. Verletzt von dieser Tat der Mutter, aber nichts mehr dagegen machen könnend und auch erleichtert, dass ihr Jugendfreund nicht ohne Grund abgehauen ist, reift in Sybille ein Plan. Sie gibt ihr in Wien sinnlos erscheinendes Leben total auf, bricht alle Brücken ab und wagt den totalen culture-clash. In Kirgistan soll ihr zukünftiges Leben stattfinden.

Eine wilde Jagd durch die kirgisische Geschichte und Gegenwart, durch Samats Brief-Fragmente und Sybilles Denk- und Seelenlandschaft beginnt. Und dann ist da auch noch das geheime Schmetterlings-Experiment "psukh", das den kafkaesken Verwandlungsversuchen der beiden sprichwörtlich Flügel verleiht. Angetrieben von Hoffnung und Verzweiflung, Macht und Größenwahn, Freundschaft und Liebe, gehen sich die beiden eines Tages gegenseitig in ihre Netze, wo sich amüsanterweise auch ein paar Putins, Trumps, Kardashians und andere Seelenlose verfangen haben.

Eine große Geschichte über das Suchen, Finden und Verlorengehen, über Genie und Wahnsinn, Freundschaft und Liebe. In "Kafka mit Flügeln" hat die österreichische Autorin Daniela Emminger sprachlich ein ganzes Land mitsamt seinen Bewohnern, Besonderheiten und Naturgewalten eingefangen: Kirgistan.

Großartig!

(Czernin-Verlag. 496 Seiten. Preis: 26,00 Euro)  empfohlen von Markus Mörschbacher    BESTELLEN

 

 

 

Sophie Hénaff – Kommando Abstellgleis: Das Pariser Hauptkommissariat hat eine neue Leitung. Ihr Ziel heißt: die Aufklärungsraten und Statistiken polieren und alle lästigen, aufsässigen und arbeitsunwilligen Mitarbeiter loswerden. Deshalb ruft die Führungsriege eine neue Brigade ins Leben, in der alle Alkoholiker, Faulenzer, Schläger, Depressive und Polizisten, die sich für etwas anderes berufen fühlen - wie z.B. Eva Rozière, die Krimis schreibt, anstatt zu ermitteln -, zusammengefasst werden sollen. Die Leitung übergibt sie Anne Capestan, einer einst hoffnungsvollen jungen Polizistin, die wegen eines fatalen Fehlers vom Dienst suspendiert wurde. Was man von ihr erwartet: stillhalten. Anne, die zwar glücklich ist, dass sie überhaupt noch als Kommissarin arbeiten kann, ist keineswegs still und kuscht nicht vor der Obrigkeit. Im Gegenteil: mit ihrer nach und nach anwachsenden Truppe der verkrachten Existenzen macht sie das Beste aus der nicht vorhandenen Ausstattung im schäbigen „Büro“ und legt gerne den Finger in die alten Wunden von nicht aufgeklärten und aussichtslosen Fällen, die man ihr – als Beschäftigung – vorlegt. Und zum Schrecken der neuen Chefs funktioniert das besser als erwartet…

Sehr originell, wie die Autorin in diesem wirklich angenehm zu lesenden Krimi die Personen zueinander finden, agieren und Fälle lösen lässt! Und trotz diesen sehr unterschiedlichen und mitunter auch recht schrägen Charakteren wirkt es nicht, als wäre die Handlung zu konstruiert. Im Gegenteil, es scheint fast so, als ob die Personen immer vielschichtiger werden, je weiter die Geschichte fortschreitet. Blutig geht es hier kaum zu und man kann auch noch sehr gut schlafen nach dieser Lektüre – wer also eher den klassischen Krimi einem Thriller bevorzugt und auch einer Prise Humor und Zynismus etwas abgewinnen kann, der wird mit diesem Buch bestimmt glücklich! Und übrigens: Fortsetzung folgt…

(Carl’s Books. 352 Seiten. Preis: 15.50 Euro)     empfohlen von Markus Mörschbacher     BESTELLEN

 

Jean-Luc Seigle – Ich schreibe Ihnen im Dunkeln: Einfühlsam und poetisch erzählt Jean-Luc Seigle in diesem dichten, intensiven Roman von der Leidenschaft und den Wünschen einer Frau, die, attraktiv und talentiert, mit ihrem Begehren immer wieder scheitert. Es ist eine wahre Begebenheit, die Jean-Luc Seigle in seinem neuen Roman von der Hauptfigur Pauline erzählen lässt, als sie, in einem Haus in Marokko sitzend, ihre Geschichte aufschreibt. Die tragische Geschichte einer jungen und begabten Frau, die während der deutschen Besatzung Frankreichs für einen deutschen Militärarzt arbeitet und dessen Geliebte wird. Nach der Befreiung Frankreichs üben Männer der Résistance fürchterliche Rache an ihr. Später studiert Pauline in Paris, will sich ihrer großen Liebe Félix offenbaren und wird wegen ihrer Vergangenheit von ihm abgewiesen. Im Affekt tötet sie Félix. Sie wird 1950 zum Tode verurteilt, die Strafe wird in lebenslänglich umgewandelt. Währenddessen dreht der Regisseur Henri-Georges Clouzot auf der Grundlage ihres Schicksals den Film "Die Wahrheit" mit Brigitte Bardot in der Hauptrolle. Aus dem Gefängnis entlassen, muss Pauline sich mit diesem Film konfrontieren und weicht schließlich nach Marokko aus. Wieder verliebt sie sich, wieder will sie sich erklären, will herausfinden, was denn ihre Wahrheit ist.

Eine sehr berührende Geschichte, die in Anbetracht dessen, dass sie nach einer wahren Begebenheit geschrieben wurde, noch tiefer geht. Es ist sehr raffiniert, wie der Roman sich um die Fakten rankt und diese sehr geschickt miteinbringt. Zu Tränen gerührt über diese einfühlsame Geschichte ist das Buch „Ich schreibe Ihnen im Dunkeln“ unbedingt eine Empfehlung wert!

(C.H.Beck. 207 Seiten. Preis: 20,60 Euro)     empfohlen von Maria Dünser     BESTELLEN